Medieninformatik an der Universität zu Köln

Medieninformatik

Die Medieninformatik ist eine im Vergleich zu anderen Disziplinen vergleichsweise junge Wissenschaft, die sich als Teilgebiet der Informatik versteht. In ihrer ursprünglichen Entstehung ging es hauptsächlich um Fragestellungen rund um die Digitalisierung von Texten, Bildern und Audio bzw. Video. Durch die starke Verbindung zu den Medienwissenschaften ist der Themenschwerpunkt immer weiter in den modernen Medienbereich gerückt. So gehört die Betrachtung aktueller Computerspiele ebenso zum Aufgabenbereich der Medieninformatik wie Game-Development und die Entwicklung weiterer Anwendungssoftware.

Medieninformatik an der Universität zu Köln

Die heutige Medieninformatik entstand an der Universität zu Köln im Rahmen des Diplomstudiengangs Medienwissenschaften im Jahr 2002. Mehrere Institute, darunter die Historisch-Kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung (HKI), hatten ihre Kompetenzen für die verschiedenen Wahlpflichtfächer der Medienwissenschaften gebündelt. Das Pflichtfach Medienkulturwissenschaft ist wie das Wahlpflichtfach Medieninformatik an der Philosophischen Fakultät verortet. Medienmanagement und Medienökonomie ist an der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät angesiedelt, während das Wahlpflichtfach Medienrecht von der juristischen Fakultät angeboten und verwaltet wird.

Der heute als 1 Fach Verbund Bachelor oder Master angebotene Studiengang Medienwissenschaften/Medieninformik ist also eine Kooperation des Institut für Medienkultur und Theater und der Historisch-Kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung.

Traditionell ist ein wesentlicher Baustein der von der HKI angebotenen DH-Studienprogramme die Anwendung von modernen Programmiersprachen (C++). Das spiegelt sich auch in der Medieninformatik wider. Die erlernten Kompetenzen befähigen Absolventinnen und Absolventen, Applikationen zu erstellen, die weit über der Erstellung von Webseiten oder Webapplikationen hinaus gehen, wie sie zum Beispiel im IT-Zertifikat der Philosophischen Fakultät gelehrt werden. So steht unter anderem die Entwicklung komplexer 3D-Visualisierungen auf dem Studienplan. Ziel ist es, Studierende in die Lage zu versetzen, komplexe Anwendungen richtig zu planen, zu programmieren und zu bewerten.


Bachelor

Das Wahlpflichtfach Medieninformatik macht die Studierenden mit den Grundlagen moderner Medientechnologien vertraut und befähigt sie, deren Möglichkeiten kritisch zu bewerten. Die Studierenden erwerben die Fähigkeit, Techniken im Bereich der Medienproduktion praktisch anzuwenden und soweit zu verstehen, dass sie in der Lage sind, ihre weitere Entwicklung kritisch zu begleiten, ihre Kenntnisse also selbstständig weiter zu entwickeln.

Das Bachelorstudium vermittelt den Studierenden fünf Basisqualifikationen:

  1. Eine gründliche praktische Einführung in die technischen Grundlagen und das Handwerkszeug, das für den professionellen Umgang mit den neuen digitalen Medien benötigt wird. Darunter ist einerseits gezieltes Training in der eigenen Aneignung der Fähigkeit zum Umgang mit neuen Anwendungsprogrammen zu verstehen, andererseits aber auch die Fähigkeit, neue Anwendungen in höheren Programmiersprachen (C++) selbst zu gestalten.<bnsp;>
  2. Diese praktischen Kenntnisse stehen vor einer kritischen Einführung in jene technischen Grundannahmen (und -missverständnisse), die zur Beurteilung der theoretischen Möglichkeiten für die neuen Medien notwendig sind.<nbsp;>
  3. Da die neuen Medien oft vor dem Hintergrund kulturwissenschaftlicher Annahmen diskutiert werden, werden Anwendungsbeispiele nach Möglichkeit aus medialen Projekten im Rahmen der Kulturwissenschaften gewählt (z.B. Simulation von Gebäuden in den archäologischen Disziplinen).<nbsp;>
  4. Bei aller Freude an der theoretischen Diskussion bleibt die Ausbildung stets der Vorstellung verhaftet, dass die AbsolventInnen die theoretisch diskutierten Konzepte auch umsetzen können sollen: Deshalb liegt ein weiterer Schwerpunkt der Ausbildung in der tatsächlichen Produktion digitaler Medien, z.B. im Bereich von 3D-Simulationen und Virtual Reality.<nbsp;>
  5. Um die solcherart diskutierten und produzierten Medien in die entstehenden stark vernetzten und sich wechselseitig beeinflussenden Informationswelten auch wirklich einbinden zu können, liegt ein Schwerpunkt der Ausbildung schließlich in den Techniken des ‚Semantic Web‘. (f) Schließlich schafft der Umgang mit mobilen Endgeräten einerseits, emerging technologies – wie dem 3D-Druck – andererseits den Zugang zu den jüngsten Phasen der Entwicklung.
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Es werden keine Informatikvorkenntnisse verlangt. Den Studierenden muss aber klar sein, dass Systeme digitaler Medien nicht nur betrachtet, sondern auch entwickelt werden. Computer Literacy und die Bereitschaft, sich in technische Fragestellungen tief einzuarbeiten, werden vorausgesetzt.

Studienaufbau und -abfolge

Das Wahlpflichtfach Medieninformatik setzt sich aus insgesamt sechs zu absolvierenden Pflichtmodulen zusammen. Soweit sinnvoll möglich, kann von der folgenden Reihenfolge abgewichen werden; wenn nicht überdurchschnittliche Vorkenntnisse vorliegen, wird ihre Einhaltung jedoch nachdrücklich empfohlen.

Zu Beginn des Studiums, im Regelfall im ersten Studienjahr, legen die Basismodule BM 1 und BM 2 die Grundlagen für die Informationstechnik bzw. Informatik.

Im zweiten Studienjahr führt das Basismodul BM 3 in die Programmierung mit C++ ein. Während das erste Studienjahr nur relativ wenige medienspezifische Komponenten enthält, führt das Aufbaumodul AM 1 im zweiten Studienjahr in die medienrelevante Betrachtung der Technologien ein.

Das dritte Studienjahr vermittelt schließlich im AM 2 praktisch technische Erfahrungen in der Umsetzung technischer Systeme im Umfeld der Medien und das AM 3, direkt aufbauend auf dem BM 3, führt in die teamorientierte Entwicklung anspruchsvoller Virtual Reality Systeme und Spiele ein.

Module der Medieninformatik im BA

Module der Medieninformatik im 1 Fach Verbund BA Medienwissenschaften/Medieninformatik

Über Einzelheiten und modulbezogene Voraussetzungen gibt das Modulhandbuch Auskunft.

Grundsätzlich immer gilt die Prüfungsordnung für das Bachelorstudium im Verbundstudiengang Medienwissenschaft der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln. Weitere Infos gibt es hier!


Master

Das Masterstudium im Wahlpflichtfach Medieninformatik baut in allen Qualifikationsbereichen auf dem durch das Bachelorstudium erreichten Niveau auf. Einfach gesagt ist das Ziel des Bachelorstudiums die Fähigkeit zur Anwendung existierender und bekannter Techniken; das Ziel des Masterstudiums besteht darin, diese Techniken selbstständig über das bisher Bekannte hinaus weiterentwickeln zu können.

Das bedeutet eine erhebliche Vertiefung im Bereich der technischen Grundlagen, bei der versucht wird, als selbstverständlich verstandene technische Vorgehensweisen bei der Behandlung einzelner Medien, an neue inhaltliche Modelle anzupassen.

Die Vorstellung, dass viele scheinbar dem „digitalen Medium“ innewohnenden Eigenschaften in Wirklichkeit nur willkürliche Festlegungen sind, wird durch die Untersuchung der Frage ergänzt, wie digitale Medien aussehen könnten, die andere Grundannahmen treffen. (Z.B. nicht die vorgeblich zwingende Beschränkung auf „wahr“ und „falsch“)

Im Rahmen des Masterstudiums werden konkrete mediale und Informationssysteme aus den Kulturwissenschaften im Detail untersucht.

Die 3D-/ Simulationstechniken werden nicht mehr einfach angewendet, sondern es wird untersucht, wieweit sie selbst weiterentwickelt werden können.

Die Regeln für die semantische Beschreibung von Medien werden auf andere Bereiche angewendet.

Studienaufbau und -abfolge

Module der Medieninformatik im 1 Fach Verbund MA Medienwissenschaften/Medieninformatik

Module der Medieninformatik im 1 Fach Verbund MA Medienwissenschaften/Medieninformatik

Das Wahlpflichtfach Medieninformatik ist als durchgehendes Projektstudium angelegt. Als solches ist es um das Schwerpunktmodul SM 3 aufgebaut, das die Studierenden durch die ersten drei Semester des Masterstudiums begleitet und die Möglichkeit gibt, sich aus unterschiedlichen Gesichtspunkten in ein Arbeitsgebiet einzuarbeiten, das schließlich in die Masterarbeit münden kann.

Dieses Schwerpunktmodul wird flankiert durch das SM 1, das im ersten Semester die theoretischen softwaretechnologischen Grundlagen vermittelt und dem SM 2, das im zweiten und dritten Semester jeweils eine unabhängige Übung im Rahmen eines kleineren, überschaubaren Projektes vorsieht. Mindestens eine davon wird dazu genutzt, um den Studierenden Erfahrungen in der Leitung von Projekten zu vermitteln, indem sie als Manager einer Gruppe von Bachelorstudierenden fungieren.

Über Einzelheiten und modulbezogene Voraussetzungen gibt das Modulhandbuch Auskunft.

Grundsätzlich immer gilt die Prüfungsordnung für das Masterstudium im Verbundstudiengang Medienwissenschaft der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln vom 29. Oktober 2015.

Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt der Medien ist in der Medienstadt Köln sehr groß im Vergleich zu anderen Städten. Insbesondere sind in Köln große, mittlere und kleine innovative Softwareunternehmen angesiedelt. Die Absolventinnen und Absolventen der Medienwissenschaften /Medieninformatik sind sehr interessant für diese Arbeitgeber.

Lohnt sich ein Studium der Medieninformatik?

Natürlich können wir diese Frage mit einem klaren „Ja“ beantworten. Ob ein Studium in diesem Fach an der Universität zu Köln für Sie in Frage kommt, können Sie gut an unseren näheren Informationen zum Studiengang erfahren. Klicken Sie sich durch unsere Seite. Fragen Sie bei den Fachschaften und natürlich bei der Studienberatung nach. Wir freuen uns auf Sie als Studierenden!

 

Quellennachweis Foto: Fabian Stürtz