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  1. Erweiterte Zeichenketten für die geisteswissenschaftliche Textverarbeitung.

    "Texte" werden in der Informationstechnik heute stets als lineare
    Sequenzen von gleichberechtigten Bytes verwaltet. Das führt leicht zu
    technischen Unklarheiten bei der Verarbeitung von Texten, die häufig
    von konzeptionellen Unkarheiten reflektiert werden.

    Beispielsweise wird bei XML-kodierten Texten nicht wirklich sauber
    zwischen den Zeichen unterschieden, die die Information tragen und denen
    die als Metainformation diese beschreiben.

    Vorschlag: Texte bestehen aus bedeutungstragenden Codes, deren jeder einen
    Punkt in einem n-dimensionalen "Interpretationsraum" definiert.

    Gesucht ist auf der nüchternen, softwaretechnischen Ebene, ein Datentyp
    "Text", der handwerklich auf der Ebene der heutigen Stringklassen
    moderner Programmiersprachen verwendet werden kann und konzeptuell
    auf der eben vorgeschlagenen Interpretation aufsetzt.

     

  2. "Selbstbeschreibende digitale Objekte" / "Intelligente Bilder".

     

    1. Selbstbeschreibende Bilder

      Digitale Bilder werden in Bildatenbanken heute überwiegend als Bitmaps
      verwaltet, die keine Binnenstruktur haben. Dadurch ist es auch nicht möglich,
      Beschreibungen der Bildinhalte auf Bildteile zu beziehen. Generell werden
      Bildbeschreibungen unabhängig von den Bildern gespeichert.

      Gesucht ist ein Bildformat, das es erlaubt:

      a) Eine Beschreibung des Bildes als Ganzem so in einem heute gängigen
      Bildformat zu speichern, dass eine semantische Beschreibung des Bildes
      in diesem enthalten und Teile der Beschreibung Teilbereichen des Bildes
      zugeordnet sind.

      Das solcherart modifizierte Bildformat muss durch Standardsoftware
      bearbeitbar bleiben.

      b) Es ist jedoch gleichzeitig eine Lösung zu finden, die es erlaubt
      die semantischen Beschreibungen mit einem GUI auf Bildsegmente zu beziehen
      und mit einem spezilaisierten Viewer auch sinnvoll sichtbar zu machen.

      c) Es wird ferner ein Satz von Methoden (im Sinne der objektorientierten
      Programmierung) gesucht, das es ermöglicht, das Bild daraufhin zu befragen,
      ob eine Kombination semantischer und topologischer Bedingungen zutrifft.

      (Enthält das Bild einen als "Baum" gekennzeichneten Bildteil, der in
      etwa rechts neben einem als "Haus" gekennzeichneten Bildteil liegt?

       

    2. Zooming with Information Gain

      Als "zooming" wird heute meist ein rein mechanischer Vorgang verstanden,
      bei dem die in einem Basisbild enthaltenen Pixel durch Interpolation auf eine
      größere Fläche verteilt werden. Dies entspricht der Konzeption von
      Bildern, die über ihre ganze Ausdehnung in gleicher Informationsdichte
      dargestellt sind, also etwa für eine gleichförmig graue Fläche die gleiche
      Auflösung verwenden, wie für ein detailreiches Objekt innerhalb desselben
      Bildes.

      Gesucht ist ein Bildformat, das es erlaubt:

      a) Einen Satz von Teilaufnahmen des selben Objektes in unterschiedlichen
      Auflösungen in einer einzelnen Bilddatei zu speichern.

      Das solcherart modifizierte Bildformat muss durch Standardsoftware
      bearbeitbar bleiben.

      b) Es ist jedoch auch ein Viewer bereitzustellen, der es erlaubt beliebige
      Ausschnitte des logischen Gesamtbildes - also auch solche, die sich über
      mehrere Teilbilder erstrecken - so zu zoomen, dass der Algorithmus beim
      Überschreiten der Auflösung des niedrigst aufgelösten Teilbildes selbständig
      zusätzliche Bildinformation aus einem Teilbild höherer Auflösung integriert,
      wenn ein solches Teilbild vorhanden ist.

      c) Dies führt dazu, dass innerhalb eines gezoomten Bildes
      Qualitätsunterschiede auftreten, je nachdem, ob Zusatzinformation vorhanden war.

      Die dabei auftretenden Probleme sind zu diskutieren; eine prototypische
      Lösung - z.B. "Blurring" der Grenzbereiche des informationsreicheren Segments -
      ist zu realisieren.

       

    3. Mehrdimensionale (hierarchische) Navigationsinstrumente.

      In modernen Userinterfaces, werden relativ häufig zweidimesionale
      "aufklappbare Hierarchien" verwendet, etwa zur Handhabung von gegliederten
      Inhaltsverzeichnissen in PDF Dateien oder zur Verwaltung von Dateisystemen,
      auf Betriebssystemebene; in älteren Windowsversionen der Standard.

      In einer ganzen Reihe von Anwendungen wäre es sinnvoll, diese
      zweidimensionalen Bäume durch dreidimensionale Strukturen zu ersetzen, bei
      denen die dritte Dimension z.B. Dateiversionen unterscheiden könnte. Vor allem
      aber würde eine derartige Dreidimensionalität den verbreiteten XML Strukturen,
      die ja auf einer Ebene ein beliebig häufiges Vorkommen namensgleicher Tags
      erlauben, wesentlich bessere Bearbeitungsmöglichkeiten bieten.

      Davon verallgemeinernd gibt es eine ganze Reihe nichthierarchischer,
      netzwerkartiger Datenstrukturen, die derzeit zur Darstellung auf zwei
      Dimensionen reduziert werden: Verwandtschaftsnetze, Darstellungen von
      semantischen Beziehungen u.a.m. Alle diese könnten in einem dreidimensionalen
      Raum als Navigationsinstrumente dienen.

      Derartige Netze sind zudem sehr groß und enthalten oft zehntausende von
      Knoten: Wünschenswert wäre daher eine Möglichkeit in Ihnen so zu navigieren,
      dass nahegelegene Segmente des Netzes als Einzelknoten, ferner liegende jedoch
      als mit steigender Entfernung immer stärker aggregierte Knoten dargestellt
      werden, die Teilnetze zusammenfassen.

      Für beide Bereiche - Navigation in dreidimensionalen Hierarchien, Navigation
      in dynamisch aggregierten / deaggregierten Netzen - werden Klassen zur
      GUI Programmierung gesucht.

     

  3. Langfristig überlebensfähige digitale Objekte.

    Die Frage nach der "Überlebensfähigkeit" digitaler Objekte - also die Frage,
    welche Vorkehrungen zu treffen sind, damit z.B. ein heute gemachtes digitales
    Photo auch noch im Jahre 'x' betrachtbar ist, wird heute meist
    als eine der institutionellen Organisation betrachtet. Welche Infrastruktur
    braucht eine große, meist national gedachte, Informationslandschaft, damit die
    digitalen Objekte aktiv betreut und verwendbar gehalten werden. Dies schliesst
    das Kopieren von physikalisch abbauenden Datenträgern auf Neue ebenso ein, wie
    die Konversion von komplexen Beschreibungen der Dateinhalte.

    Der Nachteil dieser Sichtweise ist, dass sie die ununterbrochene Existenz
    einer aufwändigen nationalen Infratsruktur verlangen, auch über
    massive Katastrophen hinweg, von denen aller Erfahrung nach zumindest einmal
    pro Jahrhundert auszugehen ist.

    Gelänge es, digitale Objekte so zu speichern, dass der für Ihre langfristige
    Verfügbarbeit zu investierende "Betreuungsaufwand" minimiert wird,
    stiege nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass sie zivilisatorische
    Zusammenbrüche überleben: Die Kosten würden auch kurzfristig massiv sinken.