Archäoinformatik

Archäoinformatik

Die Archäologie und die Informatik verbinden sich zur Archäoinformatik! Diese Disziplin der Archäologie nimmt in der Forschung immer mehr Platz sein. Das beginnt bereits bei der Erfassung am Grabungsort. Bereits hier werden Daten erfasst und teilweise automatisch ausgewertet. Moderne Spezialprogramme übernehmen Katalogisierungsaufgaben und vermeiden Fehler des hektischen Forscheralltags.

Gebiete der Archäoinformatik

Die Archäoinformatik setzt bereits bei der Datengenerierung und Datenorganisation an. Programme zur Katalogisierung sind aus dem Forscherleben nicht mehr wegzudenken. Die Verwaltung unzähliger Fundstücke wird durch den Computereinsatz erstmals möglich, ohne dass Grenzen in der Anzahl zu bestehen scheinen. Doch der Einsatz geht weit über die reine Organisation hinaus. Mit speziellen 3D-Anwendungen lassen sich Funde rekonstruieren. Forscherteams aus der ganzen Welt können sich virtuell Fundstücke betrachten und Ergebnisse daraus ziehen. Automatische Zusammenhänge zwischen Befunden werden sehr schnell erkannt, die früher verborgen blieben.

Die Fragestellungen der Archäologie erfordern von Informatikern ein hohes Fachwissen im Forschungsgebiet. Daher ist es naheliegend, dass sich eine eigene Disziplin gründete, die Archäoinformatik. Mit ihrer großen Erfahrung in der Informationsverarbeitung ist die Historisch-Kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung dabei. Schließlich sind beide Disziplinen an der Philosophischen Fakultät beheimatet.

Kompetenzverbund Archäoinformatik

Der Kompetenzverbund Archäoinformatik wurde 2008 ins Leben gerufen. Mit seiner Hilfe sollen gezielt Synergien freigesetzt und erzeugt werden. Neben dem Archäologischen Institut und der HKI gehören zum Kompetenzverbund als Mitglieder:

– Institut für Ur- und Frühgeschichte
– Archäologisches Zentrum für umwelt- und kulturgeschichtliche Geoinformation NRW (AZG)
– CoDArchLab (ARACHNE)

Assoziiert sind zum Kompetenzverbund Archäoinformatik:

– Zentrum für Angewandte Informatik der Universität zu Köln (ZAIK)
– Kunsthistorisches Insitut, Abteilung Architekturgeschichte
– Geographisches Institut, Arbeitsgruppe GIS & Fernerkundung

Computerpool

Um den Bereich bestmöglich zu unterstützen, verfügt die Archäoinformatik über einen speziellen Computerpool. Auf wichtige Spezialsoftware kann hier zugegriffen werden. Dazu gehören neben Datenbankprogrammen und GI-Systemen auch Bildentzerrungsprogramme, CAD-Programme, Statistikprogramme und weitere Spezialsoftware, beispielsweise zur Seriations- und Korrespondenzanalyse und zur Stratigraphie. Dieser Computerpool ermöglicht neben Forschung auch die gezielte Lehre an speziell ausgestatteten Computern und ist damit ein extrem wichtiger Bestandteil der noch vergleichweise  jungen Disziplin.

Foto: Fabian Stürtz